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aktualisiert im Dezember 2010

Foto(Plauder)tasche

Obwohl ich mich nun wahrlich nicht als Technikfreak verstehe, finde ich es hin und wieder doch recht interessant,
mal einen Blick in eine fremde Fototasche oder, noch interessanter, über die Schulter eines gerade bildbearbeitenden Kollegen werfen zu dürfen… Und genau diese Blicke sollen hier möglich sein. Ich gelobe feierlich, diese Seite nach größeren Neuanschaffungen respektive Erkenntnissen zu aktualisieren. Mal sehen, ob das klappt...


wie alles begann…

Als ich 1983 anfing zu fotografieren, musste ich mich als Einwohner der DDR freilich mit Exa, Praktica und Co begnügen. Vernünftiges Farbmaterial gab es nicht aber schwarz-weiß Filme, Fotopapier und Chemie waren recht erschwinglich und von guter Qualität. Der Vater meiner damaligen Freundin verwandelte auf wundersame Weise beinahe jedes Wochenende das Bad in ein klitzekleines Fotolabor. Dort habe ich zum ersten Mal den Zauber
eines sich zögerlich zeigenden Bildes erlebt und war gefangen. Viel später empfand ich die Enge, den Gestank,
die Dunkelheit und Isolation einer Dunkelkammer oft genug als quälend aber immer wieder auch als behütend
und aufregend.

 

…die erste Nikon

1989 habe ich meine erste Nikon kaufen können und bin der Firma über die Jahre mit allen Höhen und Tiefen treu geblieben. Der Grund hierfür liegt jedoch nicht in der Überzeugung, Nikon sei der “beste“ Kamerahersteller, sondern schlicht und ergreifend darin, dass meine ersten Objektive nun mal Nikkore waren und ich nicht ständig neue Objektive kaufen wollte und konnte.
Im Schrank stehen noch immer meine alten Nikons: F 801, mein Liebling FA, FM2, F4 und F100
zusammen mit den Nikkoren 2.8/20, 2.8/28, 2.0/35, 1.4/50, 1.8/85, 2.8/105, 2.8/35-70 und 2.8/80-200.

 

…digital

In meiner Fototasche findet sich allerdings mittlerweile nur noch sehr selten eine dieser analogen Kameras,
sondern eine Nikon D3 mit dem hervorragenden Objektiv 2.8/24-70 und VR 2.8/70-200.
Den Umstieg auf “digital“  habe ich im Jahr 2003 mit dem Kauf der aus heutiger Sicht lausigen Nikon D100
(brrr…allein der Sucher!!!) vollzogen. 2005 wurde durch die hohe Verarbeitungsgeschwindigkeit der D2x dann
das Fotografieren im RAW-Modus machbar und mit der 2008 dazugekommenen D3 bin ich fast glücklich.
Zum ersten Mal konnte ich ohne Bauchschmerzen mit 1600 oder gar 3200 ASA fotografieren!!! Hurra!
Für meine Arbeit am Theater ist das natürlich ein Geschenk außerordentlicher Güte. Mit dem Vollformatsensor sind nun auch endlich die “alten“ Objektive mit ihren aus analogen Tagen bekannten Eigenschaften rehabilitiert.

Mittlerweile habe ich mir die D3s zugelegt und jetzt sind doch tatsächlich zwei Blenden mehr machbar...mit 12.800(!)ASA lassen sich noch durchaus brauchbare Ergebnisse erzielen. Weiterhin freue ich mich über die Möglichkeit mit den tollen Nikon-Optiken Filme aufnehmen zu können. Die haben bei Offenblende einen Charme, der den ganzen DigiCam-Film-Schrott ad absurdum führt. Prima auch der große Pufferspeicher. Und: es gibt ähnlich, wie ich das noch von der guten, alten F4 kenne einen QUIET-Auslösemodus, der das doch ansonsten sehr laute Auslösegeräusch erträglicher macht. Aber ansonsten bleiben die Probleme der digitalen Fotografie leider bestehen: zu wenig Dynamik - d.h. matschige Resultate, die viel Nachbearbeitung erfordern, trotz Sensorreinigungsfunktion Dreck auf dem Tiefpassfilter, der einer aufwändigen Retusche bedarf, und immer wieder merkwürdige Farbinterpretationen.

In der Fototasche steckt jetzt zudem das neue NIKKOR 70-200 mm 1:2,8G ED VR II. Durch die Nano-Beschichtung sind hässliche Reflexe noch seltener als beim Vorgänger und die Vignettierung fällt etwas geringer aus.


…Knipskamera

Als ständige Begleiterin dient mir eine Lumix Lx3, die unter Berücksichtigung der im Vergleich zur Nikon D3
winzigen Sensorgröße recht passable Ergebnisse liefert, zumindest bis 400 ASA. Auch hier fotografiere ich ausschließlich im RAW-Format. Da ich beim Fotografieren nicht gerne auf Displays starre, habe ich mir den dazugehörigen, unverschämt teuren optischem Aufstecksucher von LUMIX gegönnt. Toll ist das Objektiv
mit seiner Anfangsöffnung von 2.0 bei 24 mm.

Da ich gerne Filmsequenzen aufnehme, war für mich im Vergleich zu den damaligen Konkurrenten Canon G10/G11 oder Ricoh GR Digital II der HD-Filmmodus der Lx3 kaufentscheidend.

einen tollen Testbericht zur lx 3 sowie Tips zur HDR-Fotografie Freihand gibts hier: testbericht lx3 & HDR Fotos

 

…Blitz & Studiolicht

Auf den Einsatz desselben versuche ich weitgehend zu verzichten. Ich war noch nie ein großer Blitzkünstler
und leider halten auch die neuesten Blitzgeräte nicht das ein, was sie versprechen zu können.
Aber: Blitzen in Verbindung mit langen Zeiten kann schon sehr reizvoll sein.
Für Portraits finde ich weiches Tageslicht im Innenraum noch immer am Schönsten und Natürlichsten.
Wenn es doch zu finster wird arbeite ich mit Tageslicht-Adolight-Lampen.

 

…Bildverwaltung

hachje! Die Beschäftigung mit diesem Thema habe ich lange vor mir her geschoben und erst als sich der Bilderwust ähnlich wie der süße Brei im Märchen bereits über diverse externe Festplatten, Backup-Versuche und verschiedene Ordnerhierarchien verteilt hatte, habe ich begonnen zu handeln…und handele noch immer. Allerdings ist endlich wieder Land in Sicht (Land in Sicht, singt der Wind in mein Herz, die lange Reise ist vorbei – Morgenlicht weckt meine Seele auf, ich lebe wieder und bin frei…Rio Reiser)
Ich habe so einiges ausprobiert und bin bei Lightroom hängengeblieben. Fabelhaft! Die Arbeit mit einer echten Datenbank ist eine Offenbarung. In welchem Ordner die Bilder tatsächlich stecken ist nunmehr irrelevant geworden. Alle Fotos werden einheitlich nach dem Schema [Jahr/Monat/Tag]-[Zähler]_Thema benannt, kommen in einen ebenso benamsten Ordner (ich möchte die Bilder nach wie vor auf der Festplatte aufstöbern können) und werden unverzüglich nach dem Import in Lightroom mit Stichwörtern versehen. Lange habe ich damit verbracht, eine sinnvolle Stichwort-hierarchie zu erstellen. Aber Vorsicht! Die Verwaltung derselben (z.B. Verschieben von Stichwörtern) in Lightroom kann einen bei einer langen Stichwortliste an den Rand eines Nervenzusammenbruchs führen…

 

…Hardware

Nicht aus Überzeugung, aber ich bin PC-Nutzer. Halbwegs schnell soll er schon sein, sonst macht das alles keinen Spaß. Aktuell läuft bei mir ein zwei Jahre alter Rechner mit einem 2,4 GHz –QuadCore-Prozessor, 3 GB Ram und
einer Geforce 8600 GT unter Windows XP und verrichtet seinen Dienst tadellos.
Viel Wichtiger als der neueste Rechner sind gut kalibrierbare Monitore. Das ist zum Glück sehr viel Einfacher
geworden. Noch im Jahr 2006 war das eine sündhaft teure Angelegenheit. Damals kaufte ich mir den CG19
von Eizo für sagenhafte 1300 €.
2009 hab ich mir den gut kalibrierbaren 22“-Monitor NEC MultiSync P221W für gerade mal 400 € dazugekauft
und bin rundum zufrieden.

Ein neuer Laptop mußte ran: geworden ist es ein acer TravelMate 8572G mit i7-Prozessor, 8GB RAM, einer GeForce GT 330M und Windows 7 mit 64bit. Ich muß schon sagen: jetzt hat der Laptop die Nase vorn. Vom lausigen Display und dem Fehlen eines DVI-Ausgangs abgesehen, eine gute Maschine. Und endlich (!) ein akzeptables PC-Betriebssystem...

 

…Bildbearbeitung

Ich fotografiere ausschließlich im RAW-Format, da sich nur so das Maximum an Qualität aus den Fotos rauskitzeln lässt. Vor allem möchte ich mich nicht schon beim Fotografieren um den Weißabgleich kümmern müssen, das geht beim “Entwickeln“ der Bilder in einem RAW-Konverter viel besser. Ich hab verschiedene Konverter ausprobiert,
aber als Lightroom auf den Markt kam, hatte die Rumprobiererei ein Ende. Mag sein, dass, das Nikon-eigene Capture noch mehr aus den Bildern rauszuholen imstande ist, aber die Bedienung ist so umständlich und das Programm grottenlangsam…da lob ich mir die intuitiv zu erfassende, rundum durchdachte Lightroom-Oberfläche. Seit mit der Version 2 nun auch lokale Korrekturen möglich sind, benötige ich Photoshop immer seltener. Früher habe ich diverse Versionen eines Bildes abgespeichert, dass ist mit dem non-destruktiven Lightroom-Ansatz und der Idee der
virtuellen Kopie eines Bildes hinfällig und obendrein sehr Speicherplatzfreundlich!!!

Adobe ist mit Lightroom 3 ist jetzt nicht sooo der Quantensprung gelungen, aber die integrierte Objektivkorrektur möchte ich nicht mehr missen. Toll auch die Möglichkeit, im Drucken-Modul jetzt eigene Bildpakete entwerfen zu können. Insgesamt scheint die Software gerade bei großen Bibliotheken etwas schneller zu laufen.

Leider hat Nikon die Geheimniskrämerei noch immer nicht aufgegeben und rückt den Quellcode für das Nikon-eigene RAW-Format (NEF) nicht raus, so daß Adobe nach wie vor im Halbdunkeln tappen muß, wenn es um die Interpretation der Sensorinformationen geht. Schade. Nach wie vor ist Capture NX umständlich und lahm, hat nicht im Ansatz die Eleganz von Lightroom oder Aperture - liefert aber die besseren Bilder, wenn es um die Konvertierung der NEF-Dateien geht. Zum Haareraufen.

 

PlugIns & Co…

Außer den beiden bereits erwähnten Titanen nutze ich folgende Programme:

 

…Druck

Einen bezahlbaren Drucker, der professionelle Ergebnisse liefert, hielt ich bis vor einem Jahr für unmöglich. Der Kauf eines Epson Pro 3800 vor einem Jahr hat mich allerdings sehr schnell eins Besseren belehrt. Noch immer bin ich von den Resultaten, besonders im schwarz/weiß-Druck begeistert. Als Standardpapier nutze ich das recht erschwingliche Premium Glossy Photo Paper von Epson. Aber tausendmal schöner ist natürlich der Einsatz eines schweren Papieres auf Kartonbasis. Ich nutze am liebsten Monoprint Rochester Plus von Monochrom, aber toll ist natürlich auch Hahnemühles Photorag oder Epson Traditional. Alles daran erinnert an ein klassisches Barytpapier.
Der Wermutstropfen: man darf die Drucke nicht von der Seite betrachten, denn dann sieht man leider keine
homogene Fläche, sondern den Farbauftrag.
Jetzt liegt wirklich (wieder) alles in einer Hand: von der Aufnahme über die Bearbeitung bis zur Ausgabe.
Fast überflüssig zu erwähnen, daß ich das Druckmodul von Lightroom nutze …

Der Epson Pro 3800 läuft nun schon mittlerweile seit zwei Jahren und druckt und druckt...Außer einigen ärgerlichen, immer mal wiederauftretenden Papiereinzugsproblemen habe ich keinen Anlaß zur Klage.

…interessante Fotowebsites:

78 Photography Rules for Complete Idiots

the public eye blog

 

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